Bewerbungsgespräch als UX/UI Designer/in: Mach dein Denken sichtbar
Im Bewerbungsgespräch als UX/UI Designer/in geht es nicht darum, perfekt aufzutreten oder schon wie ein Senior Product Designer zu wirken. Gerade beim Einstieg wollen Unternehmen vor allem sehen, wie du Probleme verstehst, Nutzerbedürfnisse einordnest, Gestaltung begründest und Feedback annimmst. Dein Portfolio ist dabei wichtiger als auswendig gelerntes Fachvokabular.
Ob du aus einem Designstudium kommst, ein Bootcamp gemacht hast, über Mediengestaltung einsteigst oder dich als Quereinsteiger/in bewirbst: Zeige nicht nur schöne Screens, sondern deinen Weg zur Lösung. Genau das macht dein Vorstellungsgespräch als UX/UI Designer/in überzeugend.
Was dich im Interview erwartet
Viele UX/UI-Interviews starten mit einem kurzen Kennenlernen: Warum Design, warum dieses Unternehmen, warum dieses Produkt? Danach folgt häufig ein Portfolio-Review. Du stellst ein bis zwei Projekte vor und erklärst, welches Problem du lösen wolltest, welche Annahmen du hattest und wie du zu deiner Lösung gekommen bist.
Je nach Unternehmen kann eine kleine Design Challenge dazukommen. Das kann eine Whiteboard-Aufgabe im Gespräch sein oder eine kurze Hausaufgabe. Mach dir keinen Stress: Besonders bei Junior-Rollen wird selten eine perfekte Lösung erwartet. Bewertet wird eher, ob du Fragen stellst, strukturiert denkst, Nutzerperspektive einbeziehst und deine Entscheidungen erklären kannst.
Dein Portfolio als Einsteiger/in: Qualität vor Menge
Für den Berufseinstieg reichen oft zwei bis drei gut erklärte Case Studies. Das können Studienprojekte, Bootcamp-Projekte, freie Redesigns, ehrenamtliche Arbeiten oder eigene kleine Produktideen sein. Wichtig ist, dass du transparent machst, was dein eigener Beitrag war.
Eine starke Einsteiger-Case-Study zeigt:
- welches Problem oder Nutzerbedürfnis du erkannt hast,
- welche einfachen Research-Schritte du genutzt hast, zum Beispiel Interviews, Wettbewerbsanalyse oder Usability-Tests,
- wie du von Skizzen über Wireframes zum Prototyp gekommen bist,
- welches Feedback du bekommen und was du verändert hast,
- was du beim nächsten Mal besser machen würdest.
Du musst nicht mit großen Kennzahlen oder echten Millionen-Nutzer-Produkten kommen. Viel wichtiger ist, dass dein Prozess ehrlich, nachvollziehbar und lernbereit wirkt.
Studium, Bootcamp oder Quereinstieg: So erklärst du deinen Weg
UX/UI Design hat keinen einzigen fest vorgeschriebenen Ausbildungsweg. Viele kommen über Kommunikationsdesign, Mediendesign, Informatik, Psychologie, Mediengestaltung, Marketing oder Weiterbildung in den Beruf. Im Gespräch zählt deshalb besonders, ob du deine bisherigen Erfahrungen sinnvoll mit UX/UI verbindest.
- Nach Studium oder Ausbildung: Zeige, welche Projekte dich auf Produktdesign, Research oder Interfacegestaltung vorbereitet haben.
- Nach Bootcamp oder Weiterbildung: Betone deinen Lernprozess, dein Portfolio und wie du weiter übst.
- Im Quereinstieg: Verbinde frühere Stärken wie Kundenkontakt, Analyse, Text, Visual Design oder Produktverständnis mit UX/UI-Aufgaben.
Design Challenge: Erst verstehen, dann gestalten
Bei einer Design Challenge musst du nicht sofort loszeichnen. Starte mit Rückfragen: Für wen ist die Lösung? Welches Problem soll gelöst werden? Welche Einschränkungen gibt es? Danach kannst du Annahmen formulieren, einen groben Nutzerfluss skizzieren und erst dann Wireframes oder erste UI-Ideen entwickeln.
Sprich währenddessen laut über deine Gedanken. Interviewerinnen und Interviewer sehen so, wie du Prioritäten setzt. Gerade als Einsteiger/in ist ein sauberer, begründeter Ansatz oft stärker als ein optisch perfektes Ergebnis ohne Erklärung.
Tools, Research und Accessibility: Was du wirklich können solltest
Figma oder vergleichbare Design-Tools sind in vielen Teams wichtig, aber sie sind nicht der Kern des Berufs. Für den Einstieg reicht meist, wenn du sicher Wireframes, einfache Prototypen, Komponenten und saubere Präsentationen erstellen kannst. Spezialwissen zu Design Tokens, komplexen Design-Systemen oder Research-Setups baust du häufig erst im Job auf.
Barrierefreiheit wird im digitalen Design immer wichtiger. Seit dem 28. Juni 2025 gelten für bestimmte Produkte und Dienstleistungen Anforderungen aus dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Du musst als Einsteiger/in keine Rechtsberatung leisten, aber Grundlagen wie Kontrast, Tastaturbedienbarkeit, verständliche Beschriftungen und klare Fehlerhinweise solltest du ernst nehmen.
Eigene Fragen zeigen, dass du mitdenkst
Stelle im Gespräch Fragen zur Einarbeitung, zum Designprozess und zur Zusammenarbeit mit Product und Entwicklung. Das wirkt besonders bei Junior-Rollen gut, weil du damit zeigst: Du willst nicht nur einen Job, sondern verstehen, wie du im Team besser wirst.
Mit BewerbungsFreund gezielt üben
Mit BewerbungsFreund kannst du typische Fragen für das Bewerbungsgespräch als UX/UI Designer/in trainieren, Portfolio-Erklärungen üben und Feedback zu Struktur, Klarheit und Wirkung deiner Antworten bekommen. So kannst du sicherer in dein Interview gehen — ohne dich zu verstellen.